Steuerberaterprüfung abgeschlossen – Jetzt die richtigen Entscheidungen treffen
Steuerberaterprüfung abgeschlossen – Jetzt die richtigen Entscheidungen treffen
Die Steuerberaterprüfung ist ein bedeutender Meilenstein in der Karriere eines jeden Steuerberaters. Nach monatelangem intensiven Lernen und der erfolgreichen Absolvierung der anspruchsvollen Prüfungen ist es endlich geschafft. Doch die Frage, die sich viele frisch gebackene Steuerberater stellen, lautet: „Und was kommt jetzt?“ Welche beruflichen Perspektiven eröffnen sich nach dem Bestehen der Prüfung? Welche Wege sind noch offen, und wie kann der berufliche Werdegang weiter gestaltet werden? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Möglichkeiten, die nach der Steuerberaterprüfung zur Verfügung stehen.
Erste Schritte nach der Prüfung
Nachdem die Steuerberaterprüfung bestanden wurde, ist es wichtig, sich zu überlegen, wie der berufliche Weg weitergehen soll. Eine der ersten Überlegungen betrifft die Frage, ob man in einem Angestelltenverhältnis arbeiten möchte oder den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Doch zuallererst bedeutet das Bestehen der Steuerberaterprüfung, dass eine Tür geöffnet wurde – eine Tür, die nie wieder geschlossen wird.
Arbeiten als angestellte Steuerberaterin
Die wenigsten Steuerberater wagen den Sprung in die Selbstständigkeit direkt nach der Prüfung. Viele entscheiden sich zunächst dafür, in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten, um Erfahrungen zu sammeln und ihre berufliche Laufbahn schrittweise aufzubauen. Dabei gibt es unterschiedliche Arbeitsumfelder, die sich anbieten:
Kleinere Steuerkanzleien:
Wer sich zunächst in einem familiäreren Umfeld orientieren möchte, kann in einer kleinen Kanzlei, wie in der Kanzlei Gernoth, als angestellter Steuerberater arbeiten. Diese Kanzleien bieten oftmals eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit direkten Mandantenkontakten und einem breiten Spektrum an steuerrechtlichen Fragestellungen. Der Vorteil liegt hier in der Nähe zum Mandanten und der Möglichkeit, viel Verantwortung zu übernehmen.
Große Unternehmen und Konzerne:
Steuerberater können auch in der Unternehmenswelt Fuß fassen, etwa in den Steuerabteilungen großer Unternehmen oder multinationaler Konzerne. Diese Positionen bieten in der Regel einen stabilen Arbeitsplatz, geregelte Arbeitszeiten und die Chance, sich in einem internationalen Umfeld weiterzubilden. Besonders gefragt sind Steuerberater, die mit internationalen Steuermodellen und Verrechnungspreisgestaltungen vertraut sind.
Die „Big Four“:
Eine besonders attraktive Option für Steuerberater ist die Arbeit bei einer der großen internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, den sogenannten „Big Four“ – Deloitte, Ernst & Young (EY), KPMG und PwC. Der Einstieg in eine dieser Gesellschaften ermöglicht nicht nur einen Blick auf sehr komplexe und hochrangige Mandanten, sondern auch den Erwerb exzellenter Qualifikationen. Zudem bieten die Big Four den Vorteil einer international anerkannten Ausbildung und zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten, etwa durch die Weiterbildung zum Wirtschaftsprüfer nach fünf Jahren.
Arbeiten in der freien Wirtschaft
Ein weiterer Weg nach der Steuerberaterprüfung führt in die freie Wirtschaft. Viele große Unternehmen, insbesondere Banken, Versicherungen und Industriebetriebe, stellen Steuerberater ein, um ihre Steuerabteilungen zu verstärken. In der freien Wirtschaft gibt es in der Regel höhere Gehälter als in Kanzleien, jedoch auch die Gefahr, dass die Arbeit sehr einseitig wird. Die Aufgaben beschränken sich hier häufig auf die steuerliche Beratung innerhalb des Unternehmens, sodass der Kontakt zu verschiedenen Mandanten und die Vielfalt der Steuerberatung möglicherweise geringer ausfallen.
Für Steuerberater, die mehr Vielfalt und Verantwortung suchen, ist diese Option dennoch eine interessante Möglichkeit. Es bietet sich die Chance, die steuerliche Beratung aus der Perspektive eines Unternehmens kennenzulernen, was langfristig zu einer breiteren beruflichen Expertise führen kann.
Der Weg in die Selbstständigkeit
Viele Steuerberater träumen davon, eines Tages eine eigene Kanzlei zu führen. Nach dem Bestehen der Steuerberaterprüfung ist dies durchaus eine realistische Option. Doch der Weg in die Selbstständigkeit sollte gut überlegt sein, da er mit finanziellen und unternehmerischen Risiken verbunden ist. Dennoch entscheiden sich etwa 70 % der Steuerberater nach ein paar Jahren Berufserfahrung für eine eigene Praxis.
Es gibt verschiedene Wege in die Selbstständigkeit:
Gründung einer neuen Kanzlei:
Wer es wagt, eine eigene Kanzlei zu gründen, kann dies als Einzelpraxis tun oder sich mit anderen Steuerberatern zusammenschließen. Dabei sind die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen nicht zu unterschätzen. Der Vorteil einer eigenen Kanzlei ist jedoch die vollständige Kontrolle über die Mandantenbeziehungen und die Entwicklung des Unternehmens.
Übernahme einer bestehenden Kanzlei:
Eine andere Möglichkeit ist die Übernahme einer bereits bestehenden Steuerberatungspraxis. Diese Option kann oft schneller zu stabilen Einkünften führen, da bereits Mandanten vorhanden sind. Jedoch sollte der Käufer die Kanzlei gründlich prüfen, um sicherzustellen, dass keine versteckten Risiken oder Verbindlichkeiten bestehen.
Partnerschaften:
Eine weitere Option ist die Gründung einer Partnerschaftsgesellschaft (z. B. GmbH oder Partnerschaftsgesellschaft). Diese Rechtsform ermöglicht es, Ressourcen und Erfahrungen zu bündeln und gemeinsam zu wachsen, was insbesondere für junge Steuerberater eine interessante Alternative zur Einzelpraxis darstellt.
Fachberater und Spezialisierung
Ein weiteres Karrierehighlight nach der Steuerberaterprüfung ist die Möglichkeit, sich zu spezialisieren und den Titel eines Fachberaters zu erlangen. Das Steuerrecht ist unglaublich komplex, und es ist unmöglich, in allen Bereichen ein Experte zu sein. Wer sich auf ein spezielles Gebiet wie die Steuerberatung für Ärzte, Gastronomie oder internationales Steuerrecht fokussieren möchte, kann sich durch eine Fachberaterqualifikation hervorheben.
Um sich als Fachberater zu qualifizieren, ist ein spezieller Lehrgang notwendig, der mindestens 120 Stunden umfasst, sowie eine Prüfung und die Bearbeitung praktischer Fälle. Fachberater in spezifischen Bereichen haben eine klare Marktposition und bieten ihren Mandanten tiefgehendes Fachwissen in Nischenbereichen an. Dies kann die Kanzlei von anderen abheben und zusätzliche Mandanten anziehen.
Weiterbildung und Wirtschaftsprüferprüfung
Für Steuerberater, die noch weiter aufsteigen möchten, besteht die Möglichkeit, sich zum Wirtschaftsprüfer weiterzubilden. Die Wirtschaftsprüferprüfung ist eine anspruchsvolle Herausforderung, die aber neue berufliche Horizonte eröffnen kann. Wer diese Prüfung ablegt, gehört zu einer exklusiven Gruppe von Fachleuten und kann sich in einem noch größeren Umfang selbstständig machen oder hochrangige Positionen in großen Unternehmen oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften übernehmen.
Fazit: Vielseitige Karrierewege nach der Steuerberaterprüfung
Das Bestehen der Steuerberaterprüfung ist der erste Schritt in eine vielfältige und spannende berufliche Zukunft. Ob als Angestellter, Selbstständiger, in der freien Wirtschaft oder als Fachberater – die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Weg hängt von persönlichen Vorlieben, Risikobereitschaft und langfristigen Karrierezielen ab. Wer sich für eine der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften entscheidet, erweitert seine Qualifikationen und hat die Chance, international tätig zu werden. Wer eine Kanzlei gründen möchte, hat die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und sich unabhängig zu entfalten.
Egal, welcher Weg eingeschlagen wird, die Steuerberaterprüfung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Karriere in der Steuerberatung und darüber hinaus.