Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Die GmbH

Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Ein jeder Existenzgründer sieht sich früher oder später mit der Entscheidung konfrontiert, welche Gesellschaftsform sich für sein Unternehmen am besten eignet. Gründer haben hier die Wahl zwischen Offenen Handelsgesellschaften (OHG), Kapitalgesellschaften (AG), Kommanditgesellschaften (KG) und Personengesellschaften (GmbH, GbR).

Die Kanzlei Gernoth informiert im folgenden Artikel über die Grundlagen der Gesellschaftsform einer GmbH sowie dessen Vor- und Nachteile gegenüber anderen Gesellschaftsformen.

Was ist eine GmbH?

Das Kürzel GmbH steht zunächst einmal für "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" und weist damit unmittelbar auf die besondere Haftungsbeschränkung dieser Unternehmensform hin. Im Unterschied zu anderen Gesellschaftsformen haftet der Geschäftsführer bzw. der/ die Gesellschafter hier nicht mit seinem/ ihrem Privatvermögen. Hierin besteht das zentrale Merkmale einer GmbH.

Vorsicht! Denn auch wenn sich diese Haftungsbeschränkung auf den ersten Blick sehr vorteilhaft anhört, ist keineswegs ausgeschlossen, dass die Gesellschafter im Fall der Fälle nicht doch indirekt mit ihrem Privatvermögen in die Haftung genommen werden können.

Was macht eine GmbH aus?

Die GmbH ist, neben der GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) eine der beliebtesten Rechts- bzw. Unternehmensformen in Deutschland. Eine GmbH ist eine offiziell rechtsgültige und notariell beglaubigte Unternehmensgesellschaft und wird darüber hinaus als juristische Person behandelt.

Merkmale einer GmbH im Überblick

  • Handelsgesellschaft mit Eintrag im Handelsregister
  • juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit
  • kann von einer oder mehreren Personen (Gesellschaftern) gegründet werden
  • benötigt einen der mehrere Geschäftsführer, um nach außen vertreten bzw. geschäftlich aktiv zu werden
  • Startkapital (Stammkapital) von 25.000 notwendig
  • die Gründung kann zu jedem gesetzlich zugelassenen Zeck erfolgen

Wie gründet man eine GmbH?

Wer eine GmbH gründen möchte, sollte sich zunächst mit der Wahl eines passenden und vor allem zulässigen Firmennamens auseinandersetzen. Grundsätzlich zulässig sind Personenfirmen, Sachfirmen und ggf. Fantasiefirmen.

Personenfirma: Hier muss der Name mindestens eines Gesellschafters im Firmennamen erscheinen. Beispiel: Mustermann GmbH.

Sachfirma: In diesem Fall muss der Gegenstand bzw. Zweck des Unternehmens im Namen klar erkennbar sein. Es ist auch möglich, eine Kombination aus Personen- und Sachfirma bei der Wahl eines Firmentitels zu nutzen. Beispiel: Mustermanns Elektrohandels-GmbH.

Fantasiefirma: Hier sind der Fantasie des Gründers im wahrsten Sinne des Wortes keine Grenzen gesetzt. Einzige Voraussetzung ist, dass im Namen die Gesellschaftsform klar erkennbar ist.

Ist nun der passende Name gefunden, geht es an das konkrete Gründungsvorhaben. Dieses verläuft in der Regel in drei Stufen:

  1. Vorgründungsgesellschaft: Diese steht bereits in dem Moment, in dem beschlossen wird, eine GmbH zu gründen)
  2. Vor-GmbH (oder GmbH i.G = GmbH in Gründung): Liegt ab den Zeitpunkt vor, ab dem der Gesellschaftsvertrag ausgearbeitet wurde. Diese ist in gewisser Hinsicht die Vorstufe der späteren vollwertigen GmbH. Die Vor-GmbH darf aus diesem Grund auch lediglich Geschäfte abschließen, die unmittelbar dem Zweck der Gründung der GmbH dienen.
  3. GmbH: Sobald das Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist, ist die Gründung abgeschlossen.

Gründungskosten und Startkapital

Zur Gründung von Gesellschaften wie GmbHs ist immer ein Stammkapital von 25.000€ notwendig. Diese Stammeinlage kann entweder in finanzieller Form oder in Form von Sacheinlagen/ Gütern erfolgen, wobei auch eine Mischform aus beiden möglich ist. Neben diesen Kosten fallen weitere Gründungkosten für Notar und Beurkundung an. Zudem müssen auch für die Eintragung ins Handelsregister und die Bekanntmachung der GmbH Gründung Gebühren entrichtet werden. Für jene Kosten sind im Schnitt zwischen 1.000€ und 3.000€ einzukalkulieren.

Gesellschafter und Ein-Mann-GmbH

Eine GmbH gründen kann grundsätzlich jeder, der das nötige Startkapital von mind. 25.000€ besitzt. Das deutsche Gesellschaftsrecht unterscheidet dabei sog. Ein-Mann-GmbHs und klassische GmbHs mit mehreren Gesellschaftern.

Eine Ein-Mann-Gmbh wird, wie der Name sagt, von einer Person gegründet. Daneben können jedoch mehrere Gesellschafter in das Unternehmen einsteigen. Gesellschafter einer GmbH können neben juristischen und natürlichen Personen auch Erbengemeinschaften und andere rechtsfähige Gesellschaften wie Offene Handelsgesellschaften oder Gesellschaften Bürgerlichen Rechts sein. Hierfür werden in der Regel gesondert Gesellschaftsverträge abgeschlossen, die Details zur Firma, dem Sitz, dem Gesellschaftsgegenstand, der Höhe des Stammkapitals und die Übernahme der Stammeinlagen beinhalten. Derartige Verträge müssen notariell beglaubigt werden, sonst besitzen sie keinen Bestand.

Vor- und Nachteile einer GmbH gegenüber anderen Gesellschaftsformen

Vorteile:

  • lediglich Stammkapital von 25.000€ notwendig (+ auch Sacheinlagen gelten)
  • keine Haftung mit Privatvermögen
  • hohe Flexibilität (GmbHs sind für Handel, Dienstleistung, Produktionsgewerbe, freiberufliche und künstlerische Tätigkeiten geeignet)
  • eigene Rechtsfähigkeit
  • hoher Gestaltungsspielraum beim Gesellschaftervertrag
  • Wechsel der Gesellschafter unkompliziert

Nachteile:

  • das Privatvermögen der Gesellschafter und das Vermögen der GmbH muss strikt getrennt werden, denn ansonsten drohen steuerrechtliche Sanktionen wegen verdeckter Gewinnausschüttung
  • verhältnismäßig umfangreiche Gründungsformalitäten (Vorgründung - Vor-GmbH - GmbH)
  • gewerbesteuerpflichtig
  • GmbH-Gesetz macht strenge Vorschriften hinsichtlich Buchführung, Bilanzlegung und Veröffentlichung der Daten

Anforderungen an Geschäftsführer einer GmbH

Da die GmbH als juristische Person nicht selbstständig handlungsfähig ist, benötigt sie mindestens einen Geschäftsführer. Dieser wirkt als gesetzlicher Vertreter der Gesellschaft und ist dazu befugt, eigenständig Geschäfte im Namen des Unternehmens auszuführen. Nur mit einem derartigen Vertreter kann ein Unternehmen nach außen wirksam werden.

Geschäftsführer haben darüber hinaus auch eine wichtige innerbetriebliche Funktion. Grundsätzlich kann jede natürliche, unbeschränkt geschäftsfähige Person als Geschäftsführer tätig werden - Sofern keine Straftaten der letzten fünf Jahre vorliegen oder ihr die Ausübung des Gewerbes untersagt wurde.

Führungsqualitäten auf einen Blick

  • Dirigier-Talent
  • Kommunikationsvermögen
  • Ehrlichkeit
  • Selbstsicherheit
  • Engagement
  • Loyalität
  • Eine positive Grundhaltung
  • Kreativität
  • Motivationstalent
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Selbstreflexion

Beratung in Sachen Gesellschaftsrecht/ Vertragsgestaltung bei Gernoth

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