Berufskleidung richtig absetzen: Steuerliche Vorteile für Anschaffung und Reinigung
Berufskleidung stellt für viele Berufstätige einen wesentlichen Bestandteil ihres Arbeitsalltags dar. Sei es ein Sicherheitshelm auf der Baustelle, ein Arztkittel in der Praxis oder die Uniform eines Polizisten – diese spezielle Kleidung wird ausschließlich für berufliche Zwecke getragen. Ein oft übersehener Vorteil ist, dass die Kosten für Berufskleidung und deren Reinigung steuerlich geltend gemacht werden können. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie durch die richtige Handhabung von Berufskleidung und deren Pflege Steuern sparen können.
Was zählt als Berufskleidung?
Berufskleidung umfasst Textilien und Schuhe, die ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden und nicht privat getragen werden können. Dazu zählen beispielsweise Arbeitskittel, Overalls, Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen und spezielle Schutzkleidung wie Helme oder Schutzanzüge. Auch wenn Sie Uniformen oder Kleidung mit Firmenemblem tragen, die ausschließlich für den Beruf bestimmt sind, können diese Kosten steuerlich geltend gemacht werden.
Nicht absetzbar ist hingegen Kleidung, die sowohl beruflich als auch privat getragen werden kann. Dazu gehören klassische Businesskleidung wie Anzüge oder Hemden, die theoretisch auch in der Freizeit getragen werden könnten. Selbst wenn Sie diese Kleidung ausschließlich im Büro nutzen, akzeptiert das Finanzamt diese nicht als absetzbare Berufskleidung.
Kosten für Berufskleidung absetzen
Die Kosten für Berufskleidung können für viele Berufstätige eine steuerliche Entlastung darstellen. Um diese Vorteile nutzen zu können, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Wichtig ist, dass die Kleidung tatsächlich ausschließlich für berufliche Zwecke verwendet wird und nicht im Alltag getragen werden kann.
Um die Kosten für Berufskleidung abzusetzen, müssen Sie alle Belege und Rechnungen aufbewahren. Diese sollten idealerweise detailliert ausweisen, dass es sich bei den gekauften Textilien um typische Berufskleidung handelt. Achten Sie darauf, dass die Rechnungen korrekt ausgestellt und gut lesbar sind, um mögliche Rückfragen durch das Finanzamt zu vermeiden. Wenn Sie Ihre Berufskleidung in einem Fachgeschäft für Berufskleidung erwerben, sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite. Solche Fachgeschäfte stellen häufig Rechnungen aus, die klar zeigen, dass es sich um Berufskleidung handelt. Dies erleichtert den Nachweis gegenüber dem Finanzamt.
Bewahren Sie alle relevanten Belege, Rechnungen und auch Fotos der Kleidung auf. Im Falle von Rückfragen des Finanzamts kann dies hilfreich sein, um zu belegen, dass es sich um absetzbare Berufskleidung handelt.
Reinigungskosten von Berufskleidung
Die Reinigungskosten für Berufskleidung sind steuerlich absetzbar, jedoch unterliegen sie spezifischen Regelungen, die beachtet werden müssen, um diese Ausgaben erfolgreich in Ihrer Steuererklärung geltend zu machen. Die Reinigungskosten können nur dann abgesetzt werden, wenn die Kleidung eindeutig als Berufskleidung klassifiziert ist und ausschließlich für berufliche Zwecke verwendet wird.
Wenn Sie Ihre Berufskleidung in einer professionellen Wäscherei reinigen lassen, sollten Sie darauf achten, dass die Rechnung deutlich macht, dass es sich um Berufskleidung handelt. Dazu ist es sinnvoll, sich von der Wäscherei eine Bestätigung ausstellen zu lassen, die dies bestätigt. Diese Rechnungen können Sie dann in Ihrer Steuererklärung als Werbungskosten (für Arbeitnehmer) oder Betriebsausgaben (für Selbstständige) angeben.
Werden Sie Ihre Berufskleidung in der eigenen Waschmaschine reinigen, können Sie ebenfalls die Reinigungskosten absetzen. Die Kosten können dabei pauschal geschätzt werden. Hierzu sollten Sie die Anzahl der Waschgänge und die dafür anfallenden Betriebskosten (Strom, Wasser, Waschmittel) erfassen. Für die Schätzung können Sie die durchschnittlichen Kosten pro Waschgang heranziehen, die von Verbraucherzentralen bereitgestellt werden.
Die Steuerbehörden erlauben die Schätzung der Kosten für das Waschen und Trocknen der Berufskleidung. Hierbei können Sie den Verbrauch von Wasser, Strom und Waschmittel sowie die Abnutzung und Wartung Ihrer Waschmaschine berücksichtigen. Die Kosten für das Trocknen der Wäsche können ebenfalls geschätzt werden, je nach Art des Trockners (Abluft- oder Kondenstrockner) und dem durchschnittlichen Verbrauch pro Kilogramm Wäsche.
Auch wenn Sie die Reinigungskosten schätzen oder pauschal angeben, ist es ratsam, alle Belege und Rechnungen aufzubewahren. Dies kann nützlich sein, falls das Finanzamt Nachfragen stellt oder eine detailliertere Prüfung vornimmt.
Pauschbetrag für Berufskleidung
Früher konnten Sie einen Pauschbetrag von bis zu 110 Euro ansetzen, wenn Sie beruflich bedingte Kleidung anschaffen und reinigen lassen. Dieser Betrag wurde in der Regel ohne weitere Nachweise vom Finanzamt akzeptiert, solange er im Rahmen der üblichen Kosten für Berufskleidung bleibt. Dieser Pauschbetrag deckte sowohl die Kosten für die Anschaffung als auch für die Reinigung von Berufskleidung ab.
Inzwischen werden diese Pauschalbeträge allerdings kaum noch von Finanzämtern akzeptiert. Fehlen die Belege, können die Kosten nicht mehr pauschal abgesetzt werden. Es ist wichtig, alle Rechnungen und Quittungen aufzubewahren, um die Kosten nachweisen zu können.
Wie werden die Kosten von der Steuer abgesetzt?
Um die Kosten für Berufskleidung erfolgreich abzusetzen, sollten Sie die folgenden Schritte in Ihrer Steuererklärung beachten. Sie können sämtliche Ausgaben rund um Ihre Arbeitskleidung als Werbungskosten angeben. Dazu gehören nicht nur die Anschaffungskosten für die Kleidung, sondern auch die Kosten für Reinigung und Reparatur. Diese Ausgaben tragen Sie in der Anlage N Ihrer Steuererklärung unter der Rubrik „Arbeitsmittel“ ein.
Arbeitnehmer können Werbungskosten bis zu einem Pauschbetrag von 1.230 Euro jährlich ohne Nachweis absetzen. Kosten für Berufsbekleidung werden nur dann steuerlich relevant, wenn die Gesamtsumme der Werbungskosten diesen Betrag übersteigt.
Fazit
Die steuerliche Absetzbarkeit von Berufskleidung und deren Reinigung kann eine erhebliche Ersparnis bieten. Es ist wichtig, die Kriterien für typische Berufskleidung zu kennen und alle relevanten Kosten genau zu dokumentieren. Ob Sie die Reinigungskosten selbst schätzen oder die professionelle Reinigung in Anspruch nehmen, beide Optionen bieten Möglichkeiten, steuerliche Vorteile zu nutzen.